Frauen und Männer aus dem Wittekindshof zu Gast im Düsseldorfer Landtag Arbeit der Landtagsmitglieder kennen gelernt
Bernhard Tenhumberg hat sein Versprechen gehalten, das er bei einem Besuch im Wittekindshof vor kurzem ausgesprochen hatte. Auf Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten haben jetzt 29 Frauen und Männer aus der Johannesschule, den Wittekindshofer Werkstätten, Wohnhäusern und dem Ambulant Unterstützten Wohnen sowie Mitarbeitende den Landtag von Nordrhein-Westfalen besucht.
|
 |
 |
| Männer und Frauen des Wittekindshof Gronau im Landtag Nordrhein-Westfalen. Foto: Sandra Lütke Bohmert |
 |
|
„Für viele beeindruckend waren schon die Sicherheitsschleusen am Eingang“, berichtete Andrea Dingslaken, die als Integrationsassistentin in den Wittekindshofer Werkstätten arbeitet und als Begleitperson an der Bildungsreise teilgenommen hat. Inhaltlich standen grundsätzliche Informationen über die parlamentarische Arbeit im Vordergrund. Erklärt wurde, wie Gesetze entstehen und warum die Arbeit im Hintergrund, oft viel wichtiger als das ist, was abends in den Nachrichten zu sehen ist. Anschaulich erklärt wurde der Alltag eines Landtagsabgeordneten zwischen Sitzungen, Gesprächen, Büroarbeit und Terminen im Wahlkreis und in Düsseldorf. Dass es dabei sehr schnell auch zu Verschiebungen kommen kann, erfuhren die Gäste aus dem Wittekindshof am eigenen Leib, denn das geplante Gespräch mit Bernhard Tenhumberg, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales, musste wegen einer kurzfristigen einberufenen Klausurtagung der CDU- Landtagsfraktion abgesagt werden.
Großes Glück hatten die Gronauer Gäste hingegen, weil sie auch den Plenarsaal besuchen konnten, was nicht immer möglich ist. Direkt vor Ort, lernten sie die strengen Regeln bei der nach Parteizugehörigkeit festgelegten Sitzordnung kennen. Wer wollte konnte Probesitzen, um die Perspektive der Abgeordneten noch besser kennen zu lernen. Jutta Biedebach, Landtagsmitarbeiterin von Bernhard Tenhumberg, war beeindruckt von der Wittekindshofer Besuchergruppe: „Sie waren nicht nur alle sehr freundlich, sondern aufgeschlossen, haben sehr viele und sehr gute Fragen gestellt und sich aktiv beteiligt, daran kann sich manch andere Besuchergruppe ein Beispiel nehmen“, lobte sie.
Die Fahrt nach Düsseldorf hat im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung der Wittekindshofer Werkstätten stattgefunden. „Neben berufspraktischen und persönlichkeitsbildenden Angeboten gehört auch politische Bildung zu den Aufgaben einer Werkstatt für behinderte Menschen. Wenn Politik dann sogar konkret vor Ort erlebbar wird, und wir nicht nur darüber reden, kommt das den Lernbedürfnissen von Menschen mit Lernbehinderung oder geistiger Behinderung entgegen“, freut sich Michael Bleiber, der Leiter der Wittekindshofer Werkstätten Gronau, der es ausdrücklich begrüßt hat, dass an der Fahrt auch ältere Schülerinnen und Schüler der Johannesschule und einige Rentner teilgenommen haben. „Wir wollene fließende Übergänge zwischen den einzelnen Wittekindshofer Angeboten schaffen. Da passt es hervorragend, wenn auch künftige und ehemalige Beschäftigte an besonderen Angeboten teilnehmen. Außerdem heißt Teilhabe am Arbeitsleben, das wir grundsätzlich durch die Wittekindshofer Werkstätten ermöglichen wollen, nicht nur arbeiten können, sondern auch Beziehungen zu Kolleginnen und Kollegen aufzubauen und sich persönlich weiter zu entwickeln. Dazu eignete sich auch eine gemeinsame Bildungsreise hervorragend“, erklärt Michael Bleiber.
aktualisiert von Jutta Biedebach, 27.07.2010, 12:02 Uhr |